Es sind oft die kleineren Projekte, die große Wirkung zeigen: Auf unserer Gleisanlage in Großbeeren waren die Schwellen einer Weiche in die Jahre gekommen. Den Austausch haben unsere Azubis übernommen.
Was als eine Notwendigkeit begann, wurde schnell zu einer Mission unserer angehenden Tiefbaufacharbeiter/Gleisbauer aus unseren Standorten Großbeeren und Leer. Ende 2025 durften sechs Azubis des 2. Lehrjahres bei einem Azubiprojekt auf unserer Betriebsgleisanlage in Großbeeren zeigen, was sie bisher gelernt haben. Der Auftrag: Insgesamt 46 Holzschwellen, die ihre Nutzungsdauer erreicht haben, ausbauen und durch neue Holzschwellen ersetzen.
Da beim Befahren von Gleisen enorme Kräfte wirken, werden Schwellen, wie auch die übrigen Gleiselemente, regelmäßig geprüft und bei Bedarf erneuert. Das ist wichtig für die Sicherheit, aber auch, um reibungslose Abläufe auf den Gleisen zu ermöglichen. Daher bot sich hier für unseren Gleisbau-Nachwuchs eine ideale Gelegenheit, in drei intensiven Tagen wertvolle Berufserfahrung zu sammeln und Kenntnisse zu vertiefen – ganz ohne die zeitlichen Vorgaben, wie es bei unseren Bauvorhaben auf regulären Bahnstrecken sonst der Fall ist. Die Arbeiten waren für Freitag und Samstag angesetzt, da unter der Woche auch auf unseren unternehmenseigenen Gleisanlagen ziemlich viel (Rangier-) Betrieb ist.
Ebenso wie auf unseren großen Bauvorhaben ist auch bei Azubiprojekten ein gut geplanter Einstieg entscheidend für den Erfolg des Vorhabens. Als Erstes stellten unsere Azubis daher die benötigten Arbeitsmittel zusammen und verschafften sich gemeinsam mit ihren Ausbildern einen Überblick über das Projekt. Im Anschluss ging es für sie auch schon direkt ins Gleis. Routiniert kofferten die Azubis im ersten Schritt den Schotter an den notwendigen Stellen aus, um die alten Holzschwellen freizulegen. Im zweiten Schritt zog ein Zweiwegebagger die alten Schwellen aus dem Gleisbett und brachte neue Schwellenrohlinge nach und nach an die vorgesehenen Abschnitte. Von jetzt an war besonders viel Aufmerksamkeit gefordert, denn die Schwellen müssen in genau der richtigen Position liegen. Daher fixierte unser Gleisbau-Nachwuchs die durch den Ausbau der Schwellen nun beweglichen Schienenstränge mithilfe einer Spurstange und führte zur Kontrolle eine Messung der Spur (1435 mm) durch. Sobald alle Messungen passten, stimmten sich die Azubis untereinander ab und es konnte losgehen: Jeweils zwei Auszubildende hoben die schweren Holzschwellen mit Längen zwischen 2,20 m und 4,20 m mit einer Schwellenzange an, während zwei weitere Azubis mit einem Schwellenbohrer direkt durch die Löcher der Schienenbefestigung (Gleitstuhl- und Rippenplatten) bohrten und im Anschluss die neuen Schwellenschrauben mit Hilfe von Motorschlagschraubern und Schraubmaschinen fixierten und verschraubten.
Was ist das Besondere an dieser Arbeitsweise? Schwellen werden im Gleisbau-Alltag meist schon mit vormontierten Rippenplatten verbaut. Dass sogenannte Schwellenrohlinge genutzt werden, kommt also recht selten vor, will aber genauso gekonnt sein. Insofern hat es bei diesem Azubiprojekt, gleich zweifach gepasst: Unsere Betriebsgleise haben einen Schwung neue Schwellen bekommen und unsere Azubis eine Gelegenheit, ihr Wissen in Sachen Schwellenrohlinge zu verinnerlichen und die dafür nötigen Handgriffe intensiv zu üben.
Als jeweils letzten Schritt schotterten unsere Nachwuchskräfte die ausgekofferten Stellen wieder ein und stopften das Gleisbett. Damit wurde die ursprüngliche Gleisanlage wieder hergestellt und das sichere Befahren der Weiche ist auch weiterhin gewährleistet. Mit der letzten verbauten Schwelle endete für unsere angehenden Tiefbaufacharbeiter/Gleisbauer ein Projekt, bei dem sie beweisen konnten, wie viel Fachkönnen und Teamgeist bereits in ihnen steckt.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen